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Avaritia – Geiz und Habgier

»Ein geiziges Auge trocknet die Seele aus« (Jesus Sirach (14,9)

Der Geiz zerstört die Freiheit und das Lachen.

Ein geiziger Mensch kann nicht geniessen.

Er muss ja sammeln, aufbewahren, horten und zurückhalten.

Er ist niemals ein Heutiger, der Gott danken kann für das Schöne,

für den Genuss des Weins, der Freundschaft und der Liebe.

Alles möchte er festhalten, bewahren, sichern.

Am liebsten würde der Geizige noch die Sonnenaufgänge trocknen

und für die Zukunft bewahren.

Er hat Angst zu lieben und Angst zu sterben.

Lieben und Sterben sind die stärksten Formen,

in denen Menschen sich hergeben und aus der eigenen Hand geben. Geiz aber fesselt und erstickt.

Geiz macht ängstlich.

Haben oder Sein –

was bestimmt unser Leben?

Wie schön ist ein Mensch,

der um »Geld, Gut und Ehr« nicht viel gibt;

ein freier Mensch

mit einem freien Blick und einem weiten Herzen.

Atmen können heisst leben können.

Leben kann, wer sich nicht dazu verdammt,

ständig zu sammeln und zu horten.

„Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?

Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.

Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.“ (Mt 6,26-29)

Kategorien:Theologie Schlagwörter: , , ,
  1. Rosmarie
    29. August 2010 um 16:16

    Möglichst alles mir wichtige fest halten, bewahren und sichern-(in Tagebüchern und Fotoalben)- das war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens.
    Zu wichtig?
    Sollte mehr das Sein und Loslassen mir Hauptsache sein?
    Angstlos ins „Leere“ vertrauen und ganz offen sein für den Moment?

    Unser Gehirn ist ein lebendiges Wunder. Ich brauche nicht Alles ängstlich zu „behalten“.
    Das Tief-erlebte gräbt sich von selbst ein. Vieles darf vergessen werden und das macht freier für Neues.

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