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Von Menschen und Göttern

Filmtipp: „Des hommes et des dieux“ über französische Zisterziensermönche, die in Algerien ermordet wurden. Eine hervorragende Filmkritik unter http://www.zeit.de/2010/50/Kino-Menschen-Goetter?page=all.

Ein Zitat daraus:

„Für die Mönche ist das mystische Staunen über Gottes Schöpfung gleichursprünglich mit dem Staunen darüber, dass Menschen moralische Wesen sind, die sich mit der Gnade des Bewusstseins für die Wahrheit entscheiden können. Mit anderen Worten: Die introvertierte Spiritualität, der demütige Dank an den Allmächtigen, entlässt im selben Atemzug die extrovertierte Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden. Denn Gott ist die Wahrheit, und die Wahrheit sagt: Alle Menschen sind Gotteskinder. »Du sollst nicht töten«, und wer es dennoch tut, der verfällt den heidnischen Göttern der Gewalt.“

  1. 17. Dezember 2010 um 19:47

    Was für eine großartige Formulierung, dieses Zitat…

  2. 17. Januar 2011 um 21:29

    Heute habe ich ihn endlich gesehen. Beeindruckend die Stille und Ruhe, in der diese Klostergemeinschaft ihrem Tagewerk nachgeht. Wie sie sich weigern, sich von der Armee schützen zu lassen, weil Gewalt für sie kein Weg ist. Wie sie mit sich… und miteinander ringen um die richtige Entscheidung „bleiben oder gehen“, wie sie ihre inneren Kämpfe austragen. Beeindruckend auch, wie das freundschaftliche und respektvolle Miteinander mit den Dorfbewohnern gezeigt wird. Wie die Mönche in ihren uralten und scheinbar so weltfremden Ritualen und Gesängen leben und daraus eine ungeheure Kraft schöpfen. Wie sie sich der Gewalt nicht beugen und nicht dem Hass verfallen. Ein Mönch zitiert Blaise Pascal: „Niemals tut der Mensch das Böse so vollkommen und fröhlich, als wenn er es aus religiöser Überzeugung tut.“ Und die Worte des Abtes gegen Ende des Films sind tief bewegend. Noch in seinen Entführern sieht er die Menschen und bittet für sie. Er weigert sich, die Gewalt im Namen der Religion zur Waffe gegen diese Religion zu gebrauchen.

  1. 19. Januar 2011 um 21:28

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