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Ich glaube … – woran glauben wir?

Eine Besonderheit der schweizerischen reformierten Kirchen ist, dass sie bekenntnisfreie Kirchen sind, d.h. sie kennen kein für alle verbindliches Glaubensbekenntnis. auch die altkirchlichen Bekenntnisse und die reformatorischen Bekenntnisschriften sind zwar Teil unserer Tradition, besitzen aber keinen theologisch verbindlichen Charakter. Das ist ein Ergebnis der reformierten kirchlichen Debatten des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Bekenntnisfreiheit ist ein Ausdruck christlicher Freiheit und trägt dem persönlichen Charakter der Bekennens Rechnung. Kirche sind die Menschen, die immer wieder neu nach Sprachformen des Glaubens suchen. Aber Bekenntnisfreiheit ist nicht Bekenntnislosigkeit. Glaube sucht nach Sprache, in der er sich auszudrücken vermag. Bräuchte es da nicht doch auch gemeinschaftliche Ausdrucksformen des Glaubens – ein gemeinsames Bekenntnis -, damit Vielfalt nicht zur Beliebigkeit wird und die Kirche ein Gesicht bekommt. „er nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht“ heisst es ja zu Recht.

In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Frage nach einem reformierten Bekenntnis, über die derzeit in den schweizerischen reformierten Kirchen diskutiert wird. Und die Frage nach dem Bekenntnis ist immer auch die Frage nach dem persönlichen und dem gemeinsam verbindlichen Glauben. „Ich glaube… – woran glauben wir?“ ist deshalb eine sechsteilige Kursreihe in unserer kirchlichen Region überschrieben, bei der wir uns mit Fragen des Bekennens und des Bekenntnisses auseinandersetzen werden.

Infos zu dieser Reihe sind hier zu finden.

Kategorien:Freiheit, Glaube, Theologie
  1. 17. Januar 2011 um 09:21

    Das sieht sehr interessant aus. Die deutschen Landeskirchen sind eher bekenntnisgebunden. Das liegt zum einen an dem nebeneinander der innerevangelischen Konfessionen, zum anderen an den Auseinandersetzungen um ein Bekenntnis zu Zeiten der NS-Herrschaft, also des Kirchenkampfs.

    Auf ein vorgegebenes Bekenntnis zu verzichten ist ja konsequent, wenn es darum geht, ein eigenes, aktuelles zu formulieren.

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