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Jeder Mensch ist wertvoll

Im 15. Kapitel des erzählt Jesus drei Gleichnisse vom Verlorenen. Da ist der Hirte, der 99 Schafe zurücklässt und dem einen nachgeht, das sich verlaufen hat. Von einer armen Frau erzählt er, die das ganze Haus auf den Kopf stellt, nur um eine kleine Münze wiederzufinden und sich mit ihren Freundinnen und Nachbarinnen überschwänglich freut, als sie die Münze gefunden hat. Und er erzählt die Geschichte vom Vater und seinen beiden Söhnen. Der eine ist seine eigenen Wege gegangen und hat dabei vieles falsch gemacht. Als er zurückkehrt, macht ihm der Vater keine Vorwürfe, sondern freut sich und feiert die Rückkehr mit einem Fest. Darüber empört sich der andere Sohn, der immer zuhause und für den Vater da war. Er kann sich nicht freuen über die Rückkehr des Bruders und fühlt sich ungerecht behandelt.

Diese Gleichnisse zeigen die Logik Jesu, nach der jeder und jede einzelne wichtig ist und nichts und niemand aufgegeben wird. Sie ist anders als die Logik, die wir gewohnt sind, die Logik nach der es eben hoffnungslose Fälle gibt, Opfer gebracht werden müssen und der einzelne Mensch nur ein Rädchen im Getriebe ist, die Logik, die danach fragt, ob jemand auch verdient, was er bekommt und die Beachtung und Wertschätzung auch wert ist. Dabei bleiben die Menschen auf der Strecke, besonders die , die nicht so leistungsfähig sind, die Schwierigen, die Träumer, die Unangepassten. Dem Streben nach Rendite und Effizienz werden zu oft Menschen geopfert.

Erst wenn wir genauer hinsehen, merken wir, wie fragwürdig diese Logik häufig ist. Erst wenn wir den einzelnen Menschen mit seinen Schmerzen, mit seiner Notlage, mit seinem Schicksal sehen, erkennen wir, wie unmenschlich diese Logik sein kann. In Jesu Logik kommt es auf den einzelnen Menschen an, er ist wichtig. Der Hochbetagte ist es wert, dass er die teure Operation bekommt, die ihn von seinen Schmerzen befreit. Die Behinderte ist es wert, dass sie alle mögliche Unterstützung bekommt. Der Flüchtling ist es wert, dass er Zuflucht bekommt. Der, der auf die schiefe Bahn geraten ist, ist es wert, dass wir ihm die Möglichkeit geben, wieder neu anzufangen. Der mich verletzt hat, ist es wert, dass ich auf ihn zugehe und ihm die Hand reiche.

Der Hirte im Gleichnis geht dem einzelnen verirrten Schaf nach. Und so geht Gott jedem Einzelnen von uns nach, sagt uns das Gleichnis. Und ebenso sollt auch ihr den Menschen nachgehen, euch hüten davor, andere abzuschreiben. Denn wer jemanden abschreibt, der nimmt ihm die Würde. Wer den anderen zum hoffnungslosen Fall erklärt, der nimmt ihm die Würde. Wer Menschen als Mittel zum Zweck benutzt, der nimmt ihnen die Würde. Die Würde des Menschen aber ist unantastbar.

Jeder einzelne Mensch ist wichtig, jeder ist wertvoll. Egal, was er getan oder versäumt hat, egal, wohin ihn sein Schicksal oder seine Entscheidungen geführt haben. Niemanden sollen wir endgültig auf seine Geschichte, seine Fehler, sein Versagen festlegen. Und wenn einer wiedergefunden wird, wenn einer sein Glück, seinen Weg findet, dann ist das ein Grund zum Feiern. Können wir uns am Glück der anderen freuen und mit ihnen feiern, auch bei denen, wo wir manchmal das Gefühl haben, dass sie nicht besonders viel taugen? Können wir jemand zutrauen, dass er einen anderen Weg gehen kann als bisher und uns dann mit ihm freuen? Oder fragen wir dann eher: Womit hat der das verdient? Das wird sicher nicht von Dauer sein!

Statt Neid, Missgunst und Ausgrenzung laden die Gleichnisse vom Verlorenen ein zum Fest aus Freude über das Wiedergefundene. Jedes Einzelne ist in Gottes Augen ungeheuer wertvoll. Jeder Mensch hat seine unantastbare Würde und ist kostbar.

Die ganze Predigt ist hier zu lesen.

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