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Atheisten sind auch bloß Menschen

Wenn einer im Lead als „Indiens populärster spiritueller Lehrer“ tituliert wird, bin ich von meinem Temperament her zuerst einmal skeptisch. Aber dieses Interview in der ZEIT ist unbedingt lesenswert. Als Einstimmung ein paar Spitzensätze. Auf die Frage welcher Teil seiner Lehre auch für Atheisten passe, antwortet Sri Sri Ravi Shankar: „Jeder atmende und denkende Mensch kann von unserer Atemtechnik profitieren. Atheisten sind auch bloß Menschen. Auch sie suchen letztlich Frieden, wollen geliebt werden und lieben, sorgen sich um den Planeten. Sie glauben an sich selbst und an die Welt. Der Glaube ist der Punkt, wo Atheisten und Gläubige sich treffen.“ Spiritualität umschreibt er als „die Überzeugung, dass Gott keine abstrakte Idee, sondern eine Erfahrung des Herzens ist. Wenn Religion keine Suche ist, wenn sie sich der Vernunft verschließt und wissenschaftliches Denken ablehnt, dann verengt sie sich.“ Und auf die Gemeinsamkeiten mit einer evangelischen Theologin in einem Podiumsgespräch angesprochen, antwortet er: “ Aber natürlich ist Gott stets derselbe, egal, wie wir ihn nennen. Er ist omnipotent und omnipräsent. Er zeigt sich in der Schöpfung und in jedem Menschen, auch in Ihnen und in mir. Die äußeren Erscheinungen mögen unterschiedlich sein, aber die innere Essenz ist gleich.“ Nachdenkenswert!

  1. 2. Juli 2011 um 23:16

    oh das ist mir sympathisch!

  2. 3. Juli 2011 um 14:18

    Die Kommentardiskussion zu dem ZEIT-Artikel ist auch nachdenkenswert…

    Danke für den Hinweis auf diesen Artikel.

    • 3. Juli 2011 um 17:06

      Lieber Stefan,

      schön, wieder einmal von Dir zu lesen. Nachdenkenswert ist der Kommentarthread in der Tat – bei Seite 3 habe ich endgültig aufgehört zu lesen. Es ist schon erstaunlich, wie schlecht es manche Leute ertragen, wenn Spiritualität zur Sprache kommt und jemand eine Toleranz und Weite des Denkens zulässt und zur Anschauung bringt, von der ich mir in unserer Welt viel mehr wünschen würde. Vermutlich weckt es besonders viel Aggressivität, wenn die üblichen Feindbilder und Vorurteile nicht mehr funktionieren – dann müsste man nämlich selber anfangen neu zu denken. Jedenfalls kommt dann der Vorwurf der Banalität und des Gutmenschentums mit fast 100%iger Sicherheit. Margot Kässmann hat darauf neulich bei Anne Will sehr schön gesagt, dass sie an Gutmenschen eigentlich nichts Negatives finden könne und sich bei diesem Vorwurf immer frage, was denn das Gegenteil sein sollte.

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