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Gedanken zur Jahreslosung 2012

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ So heisst die Jahreslosung für 2012. Sie steht im 2. Korintherbrief. Allerdings gilt es, genau hinzuhören, damit diese Jahreslosung mehr ist als ein frommer Spruch. Dabei kann uns die (sprachlich korrektere) Übersetzung der neuen Zürcher Bibel helfen: „Du hast genug an meiner Gnade, denn die Kraft findet ihre Vollendung am Ort der Schwachheit.“

Ich betone gerne, dass es hier nicht darum geht, Schwachheit schönzureden oder zu glorifizieren. Es ist kein Loblied der Schwachheit. Aber es ist ein Gegengewicht gegen die Glorifizierung von Stärke und Macht. Und es ist eine Hilfe und ein Trost für alle, die die Erfahrung machen, dass auch Schwäche und Bedürftigkeit, das Ankommen an Grenzen zu unserem Leben gehört.

Mag sein – und das wünsche ich allen von Herzen -, dass wir unser Leben recht gut im Griff haben und uns vieles gelingt. Mag sein, dass sich für uns persönlich oder beruflich 2012 neue Türen und Wege auftun. Wir wissen es nicht und vor allem – wir sollten es nicht zum alleinigen Massstab unseres Lebens machen. Die Botschaft unserer Jahreslosung heisst für mich: Pack an, was du kannst. Freu dich daran, wenn dir Dinge gelingen, du etwas bewegen kannst. Aber lass dich nicht erschrecken, wenn du scheiterst oder wenn dir Dinge begegnen, bei denen du dich ohnmächtig und hilflos fühlst. Gerade dann bin ich, dein Gott ganz nahe bei dir. Du hast genug an meiner Gnade, denn die Kraft findet ihre Vollendung am Ort der Schwachheit. Vertrau darauf – und nicht allein auf die Stärke, die Leistungen und Erfolge. Wer schwach sein und Niederlagen einstecken kann, wer sich die Hilfe anderer, die Hilfe Gottes und seiner Mitmenschen gefallen lassen kann, ist in Wirklichkeit stark und lebenstauglich. Der bleibt auch achtsam für die Schwäche und Bedürftigkeit anderer und kann für sie da sein, ohne Dankbarkeit zu verlangen oder sich besser zu fühlen als sie.

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  1. 2. Januar 2012 um 17:12

    Und diese Lesart wird bestätigt und bestärkt durch Jos. 1,9 (im Predigttext für den Neujahrstag, Reihe iv)

    • 2. Januar 2012 um 18:24

      Deshalb habe ich in meiner Neujahrspredigt auch diese beiden Texte in Beziehung gesetzt. „Habe ich dich nicht geheissen, mutig und stark zu sein? Hab keine Angst und fürchte dich nicht, denn der HERR, dein Gott, ist mit dir auf allen deinen Wegen.“ (Jos 1,9) finde ich wirklich wunderbar passend zur Jahreslosung.

  2. Rosmarie
    14. Januar 2012 um 20:05

    Die Uebersetzung des Textes in der neuen Zürcher Bibel finde ich wunderbar:tun(säen) was mir möglich ist in Schwachheit (oder vermeintlicher Stärke) und dabei, vielleicht erst später erfahren dürfen, dass es, oh Wunder, gewachsen ist und durch Gottes Vollendung Früchte trägt.
    Das tröstet und stärkt.

  3. hanfal
    25. August 2012 um 20:24

    Komisch, dass uns die Jahreslosung immer nur im Januar interessiert. Sie gibt doch das ganze Jahr!!! Danke für die Gedanken zum Text!

    • hanfal
      25. August 2012 um 20:25

      natürlich…gilt doch das ganze Jahr!!!

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