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Gedenken

Die Rede von Marcel Reich-Ranicki im Deutschen Bundestag zum Holocaustgedenktag ist ein eindrückliches Dokument. Da erzählt er einfach die Geschichte eines Tages im Jahr 1942, des 22. Juli. Es ist der Beginn der Deportation der Juden aus dem Warschauer Ghetto. Und indem er seine Geschichte einfach erzählt – ohne Gedenkpathos, ohne Apelle, ohne moralischen Zeigefinger – leistet er mehr für das Gedenken als viele kluge Abhandlungen.

Geschichte bleibt abstrakt, wenn sie uns nicht in den vielen Geschichten von Menschen erreicht, die diese Geschichte erlebt und erlitten haben und uns ihre Geschichte erzählen. Dafür gebührt Marcel Reich-Ranicki Dank, weil sich mit Geschichten wie dieser jegliche Schlussstrichdebatte erledigt.

Kategorien:Politisches Schlagwörter:
  1. 27. Januar 2012 um 17:45

    • 27. Januar 2012 um 18:31

      Danke für den Link!

      • 28. Januar 2012 um 13:35

        In einem Kommentar zur Rede in der FAZ schliesst die Autorin Felicitas von Lovenberg mit einem schönen Satz: „Marcel Reich-Ranicki endete mit der nüchtern, ohne Anklage vorgebrachten Feststellung, dass die Ausweisung aus dem Warschauer Getto nur einen Zweck hatte: den Tod. Dass er uns diesen Satz nun, siebzig Jahre danach, an diesem Ort sagen konnte, ist wahrlich ein Grund, dankbar zu sein – und still.“

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