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Posts Tagged ‘Frieden’

Friedensnobelpreis für drei beeindruckende Frauen

Drei Frauen haben in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhalten. Ihre Porträts waren heute in vielen Medien zu lesen, u.a. auch in der NZZ. Leymah Roberta Gbowee ist eine liberianische Sozialarbeiterin und Kirchenpräsidentin, die auch zu aussergewöhnlichen Massnahmen in ihrem Engagement für den Frieden griff. Ellen Johnson Sirleaf aus Liberia ist die erste Präsidentin auf dem afrikanischen Kontinent. Mutig und aussergewöhnlich ist auch die dritte Preisträgerin Tawakul Karman . Sie gehört der grössten jemenitischen Oppositionspartei, einer islamistischen Partei, an, tritt aber für eine säkulare Demokratie ein und legte schon 2004 den Nikab ab.

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Richte unsere Füsse auf den Weg des Friedens – Zum 1. Advent

28. November 2010 3 Kommentare

Die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums beginnt mit dem wunderbaren Magnificat, dem Lobgesang der schwangeren Maria und mit dem Lobgesang des Zacharias. Zacharias endet mit der Bitte „…und richte unsere Füsse auf den Weg des Friedens.“ Wie aber kann uns die Weihnachtsgeschichte dazu helfen, unsere Füsse auf den Weg des Friedens zu richten? Indem sie uns die Augen öffnet für das, was wirklich wichtig ist und uns frei macht von dem Irrglauben, es käme immer darauf an sich zu behaupten und sich durchzusetzen. Wieviel Unheil und Unfrieden kommt immer wieder daher, dass wir meinen, recht behalten zu müssen, Stärke beweisen wollen und nur keine Schwäche zeigen. Und so wird jede Auseinandersetzung zum Machtkampf – nicht nur in der Politik – sondern auch und gerade in Beziehungen, Familien und Nachbarschaften. Das wehrlose und bedürftige Kind in der Krippe, der Mann Jesus, der sich ohne Gegenwehr verhaften lässt, zeigt uns, wie sinnlos und destruktiv diese Haltung ist. Stark ist in Wahrheit, wer auch Schwäche zeigen, nachgeben, die Hand zur Versöhnung reichen kann. Stark ist, wer dem Anderen Raum lässt und ihn nicht in seine eigenen Vorstellungen hineinzwingen will. Stark ist, wer den anderen nicht zur Unterwerfung zwingt, sondern ihm sein Recht lässt, ihm zuhört und ihn respektiert.

 Richte unsere Füsse auf den Weg des Friedens. Diese Bitte bedeutet auch, dass wir den Blick nach vorn richten und nach Wegen suchen, die wir gemeinsam gehen können und uns nicht immer wieder in vergangenen Geschichten verlieren, die uns vielleicht voneinander trennen und die wir nicht loslassen können. Es kommt nicht darauf an, dass wir am Ende recht behalten, sondern dass wir miteinander weitergehen können.

 Die weihnachtliche Friedensbotschaft hat aber nicht nur eine private, sondern auch eine gesellschaftlich-politische Seite. Wer seinen Glauben auf den baut, der die Niedrigen ansieht und erhöht und die Mächtigen vom Thron stürzt, der wird das Wohl einer Gesellschaft auch daran messen, ob sie sich um die sorgt, die am Rand stehen, um die Niedrigsten und Geringsten. Damit meine ich nicht nur, dass wir unseren Sozialstaat nicht preisgeben sollten. Es geht mir auch darum, welche Haltung wir diesen Menschen gegenüber einnehmen, ob wir sie am Liebsten aus den Augen haben wollen und sie für ihre Situation einfach selber verantwortlich machen oder ob wir fähig sind zum Verständnis und Mitgefühl und zu persönlicher Zuwendung. Das heisst nicht, einfach alles zu verstehen und zu akzeptieren. Manchmal ist ein Nein hilfreicher als wohlwollendes Verständnis, aber – und das ist für mich die weihnachtliche Botschaft – es muss getragen sein von einem Ja zu diesem Menschen, denn Gott sagt zu jedem von uns Ja.

 Nicht zuletzt bedeutet für mich die weihnachtliche Friedensbotschaft, dass wir Frieden schliessen dürfen mit uns selber. Wir dürfen unser Leben so annehmen wie es ist. Wir dürfen uns die heilsame Befreiung von Weihnachten gefallen lassen: uns ist ein Kind geboren, ein Kind, das uns nahe ist in all unserer Bedürftigkeit und Unvollkommenheit, ein Kind, das sich mit uns freut am Gelingen, ein Kind, das uns nahe ist in Schmerzen und Trauer, in Kummer und Sorgen. Wir sind nicht allein und gerade da, wo wir schwach sind und Hilfe nötig haben, steht Gott an unserer Seite und gibt uns neue Kraft.

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