Archiv

Posts Tagged ‘Wollust’

Luxuria – Wollust

Sexualität, Begehren, Zärtlichkeit sind Gaben Gottes.

Das ist das erste, was in der Kirche zu diesem Thema gesagt werden sollte.

Wo Sexualität aber zur Ware wird,

aus Intimität Eroberung,

aus Zärtlichkeit Befriedigung

da schwindet der Raum

für das Spiel von Verhüllen und Enthüllen,

von Sehnsucht, Warten und Erfüllung.

Im biblischen Hohelied finden wir ein wunderbares Stück – sehr behutsamer und zarter – erotischer Literatur. Geliebter und Geliebte umgarnen und verführen einander mit zärtlichen Worten.

Hoheslied 7,2-8,4

2 Wie schön sind deine Füsse in den Sandalen, du Fürstentochter!
Die Rundungen deiner Schenkel sind wie Geschmeide,
ein Werk von Künstlerhänden.

3 Dein Schoss ist eine runde Schale,
an Mischwein soll es nicht fehlen!
Dein Bauch ist ein Weizenhaufen,
von Lotosblumen umsäumt.

4 Deine beiden Brüste sind wie zwei Kitze,
Zwillinge einer Gazelle.

5 Dein Hals ist wie der Elfenbeinturm.
Deine Augen sind die Teiche bei Cheschbon,
am Tor von Bat-Rabbim.
Deine Nase ist wie der Libanonturm,
der nach Damaskus schaut.

6 Dein Haupt ragt auf wie der Karmel,
und das Haar deines Hauptes ist wie Purpur,
ein König wird von den Locken gefangen.
7 Wie schön du bist und wie anziehend!
Liebe, voller Wollust!

8 Dein Wuchs gleicht einer Palme
und deine Brüste Trauben.
9 Ich sprach: Ich will die Palme besteigen,
will greifen nach ihren Rispen,
und deine Brüste sollen sein
wie die Trauben des Weinstocks
und der Duft deines Atems wie Äpfel,
10 und dein Gaumen wie der köstlichste Wein,
sanft rinnt er bei meinen Liebkosungen,
benetzt die Lippen der Schlummernden.

11 Ich gehöre meinem Geliebten,
und sein Verlangen steht nach mir.

12 Komm, mein Geliebter,
lass uns hinausgehen aufs Feld,
bei den Hennasträuchern die Nacht verbringen.
13 Früh wollen wir uns aufmachen zu den Weinbergen,
wollen sehen, ob der Weinstock getrieben hat,
die Knospen aufgesprungen,
die Granatbäume erblüht sind.
Dort will ich dir meine Liebe schenken!

14 Die Liebesäpfel duften,
und an unseren Türen gibt es alle köstlichen Früchte,
neue wie alte.
Dir habe ich sie aufbewahrt, mein Geliebter.

Fände ich dich draussen, so küsste ich dich,
und niemand dürfte mich verachten.
2 Ich führte dich, brächte dich
ins Haus meiner Mutter, die mich lehrte.
Vom Würzwein gäbe ich dir zu trinken,
von meinem Granatapfelmost.

3 Seine Linke liegt unter meinem Haupt,
und seine Rechte umarmt mich.

4 Ich beschwöre euch,
ihr Töchter Jerusalems:
Weckt nicht, stört nicht
die Liebe, solange die Lust währt!

Kategorien:Theologie Schlagwörter: , ,